Beiträge vom 22. November 2010

Stefan Persich veröffentlicht Artikel in „Allgemeinbildung in Deutschland – Erkenntnisse aus dem SPIEGEL-Studentenpisa-Test“

Montag, 22. November 2010 11:23

„Allgemeinbildung in Deutschland – Erkenntnisse aus dem SPIEGEL-Studentenpisa-Test“

Im Jahr 2009 startet der Spiegel einen Onlinetest im Sinne der für die Messung der Schulleistungen verantwortlichen PISA Studie. An der Studie beteiligten sich mehrere hunderttausend Menschen. Nicht nur aus Deutschland, sondern auch weltweit. Nachdem die spiegeleigenen Auswertungen abgeschlossen waren, kam man zu dem Schluss, dass in den Daten vielleicht noch mehr Informationen stecken könnten. Um diese nutzen zu können, entschloss sich der Spiegel die Daten von Wissenschaftler verschiedener Disziplinen auswerten zu lassen. Dazu konnte jeder, der sich dazu in Lage fühlte, die Vorschläge zu weiteren Auswertungsmöglichkeiten der Daten unterbreiten. Aus den vielen Zusendungen wurden die spannendsten Beiträge ausgewählt.

Alle Artikel erscheinen voraussichtlich im August 2010 in dem Sammelband  „Allgemeinbildung in Deutschland – Erkenntnisse aus dem SPIEGEL-Studentenpisa-Test“. Herausgegeben wird das Buch von Markus Verbeet (Spiegel) & Sabine Trepte (Hamburg Media School) und erscheint beim VS Verlag für Sozialwissenschaften. Unter den Autoren finden sich viele bekannte Akademiker mit Rang und Namen z.B. Eckhard Freise (erster Millionär bei Günther Jauch), Jörn Kohlhammer (Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung) und viele mehr. Auch die Liste der beteiligten Universitäten (u.a. Heidelberg, Berlin, München, Cambridge, Wien, Zürich) spricht für die Qualität dieses Sammelbandes.

Deshalb ist es uns eine ganz besondere Ehre auch einen Beitrag zu diesem großartigen Buch leisten zu können. Die Vielzahl der Beteiligten vereinfacht nicht gerade die Analyse des Datensatzes, immerhin umfasste der Datensatz mehr als eine halbe Milliarde (ca. 640.000.000) Daten. Dies stellte nicht nur die Analysemethoden und -techniken (deskriptive Analysen, multivariate Regressionen) sondern auch die daran beteiligten Personen vor große Herausforderungen. Diese haben wir aber erfolgreich meistern können. Kerngedanke unserer Arbeit stellte ein neues, von Stefan Persich, entwickeltes Analyseverfahren zur Messung der geographischen Mobilität unter Berücksichtigung der Erreichten Punkte im Studentenpisa-Test (also des Allgemeinwissen), der sozialen Herkunft, des Studienniveaus (Studenten vs. Doktorenden), des Studienganges und des Geschlechtes dar. Aufgrund der Begrenzung der Beiträge, mussten wir den Artikel leider sehr stark kürzen. Nichtsdestotrotz sind wir stolz darauf uns zu den Autoren dieses Sammelbandes zählen zu können.

Zusammenfassung des Beitrages: “Ungleiches Allgemeinwissen: Eine Analyse sozialer Unterschiede anhand der Entfernung von Hochschule und Heimatort”

Der Beitrag befasst sich mit sozialen Unterschieden unter den Studierenden. Untersucht wird, ob sich diese Unterschiede im Wissensstand niederschlagen. Vereinfacht gefragt: Haben Studierende aus bessergestellten Familien ein größeres Allgemeinwissen? Als Indiz für die Familienverhältnisse wird die Entfernung zwischen dem Bundesland, in dem das Abitur erworben wurde, und dem Bundesland, in dem das Studium erfolgt, betrachtet. Dahinter steht die Vermutung, dass Studenten aus höheren Bildungsschichten ihren Studienort freier bestimmen können und eine weiter entfernte Hochschule wählen, während andere Studenten tendenziell heimatnah studieren (müssen), um Kosten zu sparen. Die Distanz zwischen Heimat- und Hochschulort wird nun in Beziehung gesetzt zum Wissen der Studierenden und Doktoranden. Jedenfalls für die Gruppe der Studierenden wird ein Zusammenhang nachgewiesen: Studierende, die nicht heimatnah studieren und somit vermutlich aus bessergestellten Familien stammen, erzielen ein besseres Test-Ergebnis.

ISBN: 3-531-17218-2 / 978-3-531-17218-7
VS VERLAG Erscheinungsdatum: 8/2010

Thema: Allgemein | Kommentare (0) | Autor: Christian Persich